Bienenprodukte

Landesverband für Imkerei und Bienenzucht in Salzburg

Honig

Was ist HonigSalzburger Honig

Honig (lat. „Mel“) ist ein von Honigbienen erzeugtes Lebensmittel aus Nektar von Blüten oder den zuckerhaltigen Ausscheidungsprodukten verschiedener Insekten, dem Honigtau.

Die Bienen nehmen den Nektar bzw. Honigtau auf und durch die Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen, dem Einlagern im Bienenstock, Wasserentziehen und Reifen in den Waben entsteht der uns bekannte Honig.
Wichtig ist, dass der Honig vom Imker aus brutfreien Waben geerntet wurde. Die Waben werden nach der Entnahme geschleudert und der Honig in Gläser abgefüllt.

Per Definition ist Honig ein natursüßer Stoff, der von der Honigbiene zur eigenen Nahrungsversorgung erzeugt und von uns Menschen genutzt wird.
Je nach Standort des Bienenvolkes entstehen so die unterschiedlichsten Honigarten, wie z.B. Blütenhonig, Waldhonig, Hochgebirgsblütenhonig, Honigtauhonig und Honige je nach Blumenart (Klee, Raps, Alpenrose, Lindenblüte usw.).

Daten & Fakten

  • Gut 35.000 Imker erzeugen in Österreich mit ca. 320.000 Völkern ca. 40% des österreichischen Eigenbedarfs an Honig. Die restlichen 60% werden aus dem Ausland importiert.
  • Um den Honig zu erzeugen schlucken die Bienen den Blütennektar bzw. Honigtau und versetzen ihn mit arteigenen Stoffen. Im Bienenstock geben Sie das Gemisch in die Waben ab, um ihm Wasser zu entziehen und reifen zu lassen.
  • Pro Flug transportiert eine Biene ca. 0,05 g Nektar. Wenn man bedenkt, dass ca. 3 kg Nektar 1 kg Honig ergeben, ist es verständlich, dass ein Bienenvolk in etwa 50.000 bis 60.000 Bienen bevölkert.
    Für 1 kg Honig müssen diese Bienen rund 80.000 bis 100.000 km zurücklegen. Rechnet man diese Strecke zusammen, umrundet die Biene dafür 2,5-mal bis 3-mal die Erde.
  • In ihrem ca. 6-wöchigem Leben erzeugt eine Biene zwei Teelöffel Honig (2,5 bis 3 g). Für 1 kg Honig braucht es somit 350 bis 400 Bienenleben.
  • In der Hochsaison vom Frühling bis Sommer produziert ein Bienenvolk rund 100 kg Honig. Imker ernten davon ca. ein Viertel. Den Rest brauchen die Bienen für die Eigenversorgung.

Geschichtliches
Die Geschichte des Honigs reicht bis in die Steinzeit zurück. Schon damals nutzte der Mensch Honig als Nahrungsmittel, was ca. 9.000 Jahre alte Höhlenmalereien mit „Honigjägern“ zeigen.
Auch auf der anderen Seite der Welt, in Australien, sammelten die Aborigines bereits in vorgeschichtlicher Zeit Buschhonig.
Bei Ausgrabungen in Ägypten wurden Honigtöpfe als Grabbeigabe gefunden. Honig galt hier als „Speise der Götter“.
Bis zur industriellen Gewinnung von Zucker aus Zuckerrüben galt Honig als einziger Süßstoff. Danach wurde er vom Haushaltszucker in dieser Hinsicht weitgehend verdrängt.

Gesundheitliches
Bereits im Altertum und im Hochmittelalter war die konservierende und entzündungshemmende Wirkung von Honig bekannt und auch dementsprechend als „Wundhonig“ genutzt.
Honig wurde u.a. als Wundauflage benutzt, da er antiseptisch wirkt und zudem Stoffe beinhaltet, die das in Wunden vorhandene tote Gewebe abbauen. Heutzutage ist der normale Honig weder als Arznei noch als Medizinprodukt zur Wundtherapie zugelassen.
Traditionell wird – bis heute – Honig bei Erkältungen und Husten eingesetzt, da er eine effektive Hustenlinderung bewirkt.
Kaum bekannt ist, dass auch Honig Allergien auslösen kann. Da die Bienen u.a. Blütenpollen in den Honig einarbeiten, kann es bei Pollenallergikern, mit eher geringer Wahrscheinlichkeit, zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Farbspektrum von HonigSensorik (Farbe, Geruch, Geschmack)
Die Farbe von Honig kann von milchig bis dunkelbraun stark variieren. Auch wenn im Vorjahr beim gleichen Bienenvolk am gleichen Standort ein hellbrauner Honig geerntet wurde, heißt das nicht, dass in diesem Jahr der Honig die gleiche Farbe haben wird. Je nach Tracht- (Blüten) und Wetterverhältnissen sieht Honig jedes Jahr anders aus. Das gilt auch für den Geschmack und Geruch.
Honig riecht sehr divers. Je nach gesammeltem Nektar kann er sehr schwach (z.B. Klee, Alpenrose) bis stark (z.B. Buchweizen, Kastanie) riechen.
Apropos Geschmack, auch dieser ist sehr vielfältig. Von süß über fruchtig, würzig und sauer bis hin zu „schmeckt überhaupt nicht“ ist alles dabei.
Wichtig zu wissen ist, dass Honig immer einen Nachgeschmack entwickelt!
Dieser kann auch länger anhalten.

Richtige Lagerung & Erwärmung
Honig sollte vor Licht und Wärme geschützt, sowie trocken und geruchsneutral gelagert werden. Bei einer solchen Lagerung bleiben die Enzyme und Aromastoffe am besten erhalten.
Außerdem sollte Honig nicht über 40° C erhitzt werden, da sonst wichtige Inhaltsstoffe verloren gehen können. Keine Angst, die kurze Erwärmung im Tee oder Kaffee fürs Süßen ist in Ordnung, da sich das Getränk im Körper relativ schnell abkühlt und aufgenommen wird.
Wenn man Honig erwärmen muss, sollte dies grundsätzlich nur auf dem Herd und langsam geschehen. Falls der Honig einmal kristallisiert, kann er durch langsames Erwärmen im Wasserbad wieder verflüssigt werden.

Der HonigfächerHonigfächer

Im Honigfächer werden (fast) alle bekannten Bestandteile des Honigs aufgelistet.

  • Zuckerspektrum
    Im Honig findet man Einfachzucker, wie Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Ersterer wird vom Körper sehr schnell aufgenommen und liefert somit in kürzester Zeit Energie.
    Auch der Zweifachzucker, wie z.B. Saccharose, wird vom Körper gut verwertet, muss aber zuerst in seine Bestandteile Glukose und Fructose gespalten werden.
    Dreifachzucker, wie z.B. Melezitose, wird vom Körper langsamer aufgenommen, liefert langanhaltende Energie und reguliert den Blutzuckerspiegel.
  • Aminosäuren
    Nur wenige Lebensmittel erreichen alle 24 benötigten Aminosäuren – Honig schafft das. Aminosäuren sind Bausteine der Muskeln und Proteine. Durch die Kombination mit dem honigeigenen Zucker ist eine effektive Nutzung der Aminosäuren gewährleistet.
  • Vitamine
    Honig enthält zwar in der Menge wenig Vitamine, dafür aber in einer großen Vielfalt. Einige dieser Vitamine, z.B. Vitamin B und C, sind essenziell für den Stoffwechsel.
  • Mineralien / Spurenelemente
    Am höchsten angesiedelt sind Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium. Toll ist, dass Honig alle benötigten Vitamine für die Magnesiumaufnahme schon beinhaltet.
    Die Spurenelemente Eisen, Chrom, Mangan und Zink sind essentiell für den Kohlenhydratstoffwechsel. Chrom steuert noch dazu die Menge des verarbeiteten Zuckers und somit den Insulinverbrauch. Je mehr Chrom vorhanden ist, desto weniger Insulin wird benötigt.
  • Enzyme, Inhibine & Säuren
    Die enthaltenen Enzyme helfen bei der Zuckerspaltung und Spaltung von Produkten aus dem Zuckerstoffwechsel mit.
    Inhibine, wie z.B. Wasserstoffperoxid und Penicillin B, hemmen das Wachstum von Bakterien.
    Die Säuren geben dem Honig nicht nur den Geschmack, sondern besitzen auch antimikrobielle Eigenschaften.
  • Duft & Farbstoffe
    Diese unterstützen u.a. den Vitaminstoffwechsel. Außerdem sagt man ihnen eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung nach.

Blütenpollen

Was sind „Blütenpollen“?Blütenpollen
Blütenpollen sind die männlichen Samenzellen der Blüten, welche von Insekten von Blüte zu Blüte getragen werden.
Bienen sammeln die Pollen für die Aufzucht ihrer Brut mittels ihrer „Pollenhöschen“. Sie packen die winzigen Pollenkörnchen in ihr Höschen und geben einen Tropfen Nektar hinzu, damit unterwegs nichts verloren geht. Sobald ihre Pollenhöschen voll sind, bringen die Bienen die Pollen zurück zum Bienenstock. Dort wird die kostbare Fracht den Arbeiterinnen zur Weiterverarbeitung übergeben.
Für die Bienen sind Blütenpollen der einzige, und damit wichtigste, Eiweißträger ihrer Nahrung. Auch für uns Menschen ist dies einer der Gründe, warum sie so begehrt sind.

Gewinnung
Der Imker überlistet die Bienen, die mit vollen Pollenhöschen wieder zurück zum Bienenstock kommen, um an die frischen Pollen zu gelangen. Er präpariert den Eingang so, dass den Bienen beim Eintritt in den Stock die Pollen abgestriffen werden. Die so gesammelten Pollen fallen in einen Behälter, der jeden Abend vom Imker geleert werden muss. Dies ist wichtig, damit der Pollen nicht Wasser aufnimmt und sich Schimmel bildet.
Da Pollen sehr schnell verderben, ist eine schonende Weiterverarbeitung wichtig. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, entweder die Trocknung bei max. 34 °C oder die noch schonendere Gefrier-Vakuumtrocknung.
Der Imker übernimmt durch die Ernte der Pollen eine große Verantwortung, denn er darf nicht zu viel ernten um die Gesundheit seiner Bienenvölker zu schützen.

Inhaltsstoffe
Blütenpollen sind reine Kraftpakete mit Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen und gelten daher als kostbares Nahrungsergänzungsmittel. Auch in der Kosmetikbranche ist es durch den Inhalt von Antioxidantien beliebt.
Kein Pollen gleicht dem anderen, da sie aus den verschiedensten Blüten gesammelt werden. Allgemein kann man sagen, dass sie aus ca. 20% Frucht- und Traubenzucker, 22% Proteinen, 12% Aminosäuren (davon alle essentiellen) und vielen weiteren Bausteinen, wie Antioxidantien und Antihistaminen bestehen.

Wirkungsweise & Anwendung
Die vielen enthaltenen Nährstoffe ergänzen ideal den täglichen Nährstoffbedarf und unterstützen eine ausgewogene Ernährung. Auch tragen Pollen oft dazu bei, Energie zu steigern und die allgemeine Vitalität zu fördern. Natürlich wird durch die enthaltenen Wirkstoffe auch das Immunsystem gestärkt.
In der Kosmetik werden Pollen gerne in Cremes verwendet. Diese sehr geschätzte Zutat kann bei der Linderung von Hautreizen und Regenerierung der Haut helfen.
Als Nahrungsergänzungsmittel können Blütenpollen Müslis, Joghurt, Salate oder Smoothies verfeinern.

Allergiker müssen allerdings aufpassen, denn wie alle Bienenprodukte können Pollen allergische Reaktionen hervorrufen. Daher ist es Ratsam vor Einnahme den Arzt zu fragen.

Perga bzw. Bienenbrot

Was ist „Perga“?Perga bzw. Bienenbrot
Perga, auch als „Bienenbrot“ bekannt, ist, kurzgesagt, von Bienen fermentierter Blütenpollen.
Bienen verarbeiten den frischen Pollen, so dass er länger haltbar bleibt. Würden sie dies nicht machen, würde der Pollen in kürzester Zeit verderben. Denn Pollen bzw. die fermentierten Pollen sind für sie ein Grundnahrungsmittel für die Brut und die Stockbienen.
Der gesammelte Pollen wird von den Bienen in den Wabenzellen verstaut, verdichtet und mittels körpereigenen Sekreten eingespeichelt. Danach versiegeln sie die Zellen mit einer dünnen Propolis-Schicht, um ihn vor Bakterien und Pilzbefall zu schützen.
Während der Lagerung sinkt der Wassergehalt und durch die warme Umgebung – ca. 35 °C – kommt es zur Fermentierung durch Milchsäurebakterien. Dies führt nicht nur zur Konservierung des Blütenpollens, sondern es werden auch die Inhaltsstoffe aufgeschlossen. So können sie nicht nur von Bienen, sondern auch von Menschen besser aufgenommen werden.

Gewinnung
Für den Imker ist die Gewinnung von Bienenbrot sehr aufwändig, daher ist es auch so selten und besonders.
Das feste Einstampfen der Pollen in die Wabe macht es sehr schwierig, diesen wieder daraus zu lösen. Der Imker muss die brutfreien Waben erst einfrieren, danach zerkleinern und mit einer speziellen „Bienenbroterntemaschine“ werden sie so zerkleinert, dass das Perga übrigbleibt. Zu guter Letzt werden die letzten anhaftenden Wachsreste noch entfernt.

Inhaltsstoffe
Im Grunde kann man Perga mit seinen über 200 wertvollen Inhaltsstoffen als Superfood bezeichnen.
Bienenbrot ist reich an Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen. Durch die Gärung steigt der Milchsäuregehalt um ein Vielfaches an. Außerdem wird dadurch auch der Zuckeranteil in Einfachzucker aufgespalten.
Hier eine kleine Auswahl an Inhaltsstoffen: zahlreiche Eiweißbausteine, unterschiedliche Zuckerarten, hochwertige Aminosäuren, Vitamine, Kalium, Magnesium, Eisen, Kalzium, Silizium, Phosphor, Mangan und vor allem Enzyme.

Wirkungsweise & Anwendung
Bereits die Wikinger nahmen Bienenbrot auf ihre Reisen als Schutz ernährungsbedingten Mangelerscheinungen mit. Heutzutage dient es als hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel.
Perga ist durch die Vielzahl an Inhaltsstoffen förderlich für den Stoffwechsel, das Immunsystem, hat antioxidative Effekte und trägt zur Gesundheit der Zellen, Haut, Haare und Nägel bei. Auch ist es eine besonders gute Vitamin B1 (wesentlich fürs Nervensystem) Quelle.
Gerne wird es in Müsli, Joghurt, Smoothies oder Desserts gemengt, aber auch pur ist es schmackhaft.

Allergiker müssen allerdings aufpassen, denn wie alle Bienenprodukte kann Perga allergische Reaktionen hervorrufen. Daher ist es Ratsam vor Einnahme den Arzt zu fragen.